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Wie steuerliche Effekte Immobilieninvestments beeinflussen

Bei Immobilieninvestments wird die steuerliche Komponente oft zu wenig beachtet. Dabei gibt es Investmentformen wie das Bauherrenmodell, die einer eigenen steuerlichen Logik folgen. Richtig strukturiert, können solche Investments dazu beitragen, die wirtschaftliche Belastung über die Jahre besser zu verteilen und planbarer zu gestalten.
Lesedauer: 4 Minuten
Veröffentlicht: 07.06.2026

Was ist ein Bauherrenmodell?

Bei einem Bauherrenmodell schließen sich mehrere Investor:innen zusammen, um eine Immobilie zu sanieren, weiterzuentwickeln oder neu zu errichten und anschließend langfristig zu vermieten.

Im Unterschied zum Kauf einer bereits fertiggestellten Wohnung beteiligen sich Investor:innen aktiv an einem Immobilienprojekt. Damit übernehmen sie Verantwortung für grundlegende Entscheidungen rund um Planung, Finanzierung und Umsetzung.

Diese Rolle ist auch steuerlich relevant. Denn bestimmte Effekte setzen voraus, dass Investor:innen nicht lediglich eine fertige Immobilie erwerben, sondern tatsächlich als Bauherr:innen auftreten.

Mehr über das Bauherrenmodell erfahren

Warum die Bauherreneigenschaft entscheidend ist

Nicht jedes Immobilieninvestment ist steuerlich gleich zu behandeln. Entscheidend ist unter anderem, ob es sich um den Erwerb einer fertigen Immobilie oder um eine Beteiligung an der Herstellung beziehungsweise Sanierung eines Gebäudes handelt.

Beim Bauherrenmodell tragen Investor:innen das mit der Entwicklung verbundene wirtschaftliche Risiko mit. Sie werden Teil einer Bauherrengemeinschaft und treffen wesentliche Entscheidungen gemeinsam.

In der steuerlichen Betrachtung wird zwischen der kleinen und der großen Bauherreneigenschaft unterschieden. Welche Form vorliegt, hängt von der konkreten Ausgestaltung des Projekts ab.

Für Investor:innen ist vor allem wichtig: Die Struktur des Projekts entscheidet darüber, welche Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden können und über welchen Zeitraum dies erfolgt.

Abschreibung: Aufwendungen über die Zeit berücksichtigen

Gebäude verlieren durch Nutzung und Alter laufend an Wert. Dieser Wertverlust kann steuerlich über die Absetzung für Abnutzung, kurz AfA, berücksichtigt werden.

Bei vermieteten Gebäuden gilt grundsätzlich eine jährliche Gebäudeabschreibung. Für Wohngebäude im Privatvermögen beträgt der gesetzliche AfA-Satz in Österreich derzeit 1,5 Prozent pro Jahr. Daraus ergibt sich eine Abschreibungsdauer von rund 67 Jahren. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Gebäudes werden somit über einen langen Zeitraum steuerlich berücksichtigt.

Im Bauherrenmodell können jedoch weitere Aufwendungen relevant werden, insbesondere wenn eine bestehende Immobilie umfassend saniert oder weiterentwickelt wird.

Bestimmte Instandsetzungsaufwendungen für Wohngebäude werden über 15 Jahre verteilt steuerlich berücksichtigt. Auch bestimmte Herstellungsaufwendungen können unter den gesetzlichen Voraussetzungen auf 15 Jahre verteilt abgesetzt werden.

Dadurch unterscheidet sich die steuerliche Struktur eines Bauherrenmodells häufig von jener einer herkömmlichen Anlegerwohnung. Während bei klassischen Immobilien vor allem die laufende Gebäudeabschreibung im Vordergrund steht, können bei Bauherrenmodellen zusätzliche Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden.

Gerade in den ersten Jahren kann dies die wirtschaftliche Belastung des Investments beeinflussen. Die steuerliche Wirkung entsteht dabei nicht durch einen einzelnen Vorteil, sondern durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten.

Welche Aufwendungen können steuerlich relevant sein?

Neben der Abschreibung können weitere Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Bauherrenmodell steuerlich relevant sein.

Dazu zählen abhängig von der konkreten Projektstruktur etwa Finanzierungskosten, Kosten der steuerlichen Beratung oder bestimmte Aufwendungen im Zusammenhang mit der laufenden Vermietung.

Nicht alle Kosten werden gleich behandelt. Manche Aufwendungen können unmittelbar berücksichtigt werden, andere werden über mehrere Jahre verteilt. Entscheidend ist, ob ein Aufwand mit der Anschaffung, der Sanierung, der Herstellung oder der späteren Vermietung zusammenhängt.

Eine pauschale Aussage ist daher nicht sinnvoll. Die steuerliche Einordnung erfolgt stets anhand des konkreten Projekts und der jeweiligen Kostenstruktur.

Werbungskosten: Was bedeutet das?

Werbungskosten sind Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften stehen. Bei einem vermieteten Gebäude betrifft das jene Kosten, die mit der Vermietung wirtschaftlich verbunden sind.

Dazu können beispielsweise Zinsen für Darlehen zählen, die zur Finanzierung des Projekts aufgenommen wurden. Auch bestimmte Kosten für die steuerliche Beratung oder die laufende Bewirtschaftung können relevant sein.

Für Investor:innen ist dabei vor allem eines wichtig: Die Bezeichnung einer Kostenposition allein reicht nicht aus. Entscheidend ist immer, welche konkrete Leistung dahintersteht und wie sie steuerlich einzuordnen ist.

Welche Rolle spielen öffentliche Förderungen?

Bei Bauherrenmodellen können neben steuerlichen Effekten auch öffentliche Förderungen eine wichtige Rolle spielen.

Bundesländer und Gemeinden unterstützen die Errichtung und Sanierung von Wohnraum unter bestimmten Voraussetzungen durch Darlehen, Zuschüsse oder weitere Förderinstrumente. Das gilt insbesondere dann, wenn leistbarer Wohnraum geschaffen oder bestehende Bausubstanz nachhaltig weiterentwickelt wird.

Förderungen sind von steuerlichen Effekten klar zu unterscheiden. Sie können jedoch gemeinsam mit Mieteinnahmen, Finanzierung und Abschreibung dazu beitragen, den langfristigen Eigenaufwand besser planbar zu machen.

Geförderte Mieten können darüber hinaus die Vermietbarkeit unterstützen und das Leerstandsrisiko reduzieren.

Wie verändert sich die wirtschaftliche Belastung im Zeitverlauf?

Ein Bauherrenmodell ist ein langfristiges Immobilieninvestment. Die wirtschaftliche Betrachtung sollte daher nicht auf ein einzelnes Jahr reduziert werden.

In den ersten Jahren stehen häufig Eigenkapitaleinsatz, Finanzierung und Sanierung im Vordergrund. Gleichzeitig können steuerlich relevante Aufwendungen die persönliche Belastung beeinflussen.

Mit der Fertigstellung und Vermietung gewinnen laufende Mieteinnahmen zunehmend an Bedeutung. Je nach Projektstruktur kommen öffentliche Förderungen hinzu.

Entscheidend ist deshalb der Blick auf das gesamte Investment: Wie entwickelt sich der Eigenaufwand? Wann fließen Mieteinnahmen? Welche steuerlichen Effekte können berücksichtigt werden? Und wie wirken sich Finanzierung und Förderung über die Jahre aus?

Warum die Prognoserechnung wichtig ist

Eine fundierte Prognoserechnung bringt diese Faktoren zusammen. Sie zeigt, wie sich Eigenkapital, Mieteinnahmen, Finanzierung, Förderungen und steuerliche Effekte über den geplanten Anlagezeitraum entwickeln können.

Dabei geht es nicht um möglichst optimistische Szenarien. Entscheidend sind realistische Annahmen zu Baukosten, Mietentwicklung und Finanzierung.

Auch steuerlich spielt die Prognoserechnung eine wichtige Rolle. Bei einer langfristigen Vermietung muss nachvollziehbar sein, dass innerhalb eines gesetzlich definierten Zeitraums ein Gesamtüberschuss erzielt werden kann. Damit wird dokumentiert, dass das Projekt auf nachhaltige Einkünfte und nicht lediglich auf kurzfristige steuerliche Effekte ausgerichtet ist.

wohninvest kalkuliert Bauherrenmodelle bewusst konservativ und legt Wert auf nachvollziehbare Szenarien. So entsteht eine belastbare Grundlage für die persönliche Investmententscheidung.

Vorteile mit dem Bauherrenmodell berechnen

Steuerliche Effekte ersetzen kein gutes Investment

Steuerliche Vorteile können ein Bauherrenmodell wirtschaftlich interessant machen. Sie sollten jedoch nie isoliert betrachtet werden.

Ein gutes Immobilieninvestment beginnt mit dem richtigen Standort. Ebenso wichtig sind eine langfristige Mietnachfrage, eine solide Finanzierungsstruktur und eine realistische Kalkulation.

Nicht jedes Bauherrenmodell ist automatisch ein gutes Investment. Erst wenn Immobilienqualität und steuerliche Struktur zusammenspielen, entsteht eine tragfähige Perspektive. Eine individuelle Beratung ist daher unverzichtbar.

Investieren in greifbare Werte

Immobilien schaffen etwas, das bleibt: Wohnraum, Beständigkeit und langfristige Perspektiven. Deshalb setzt wohninvest auf werthaltige Projekte mit nachhaltiger Substanz.
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